Arizona erhebt 20 Anklagepunkte gegen Kalshi wegen illegalen Glücksspiels

Arizona geht strafrechtlich gegen den Prognosemarkt-Anbieter Kalshi vor. Generalstaatsanwältin Kris Mayes reichte eine Klage mit 20 Anklagepunkten ein und wirft dem Unternehmen den Betrieb eines nicht lizenzierten Glücksspielgeschäfts sowie illegale Wetten auf Wahlen vor. Es ist das erste Strafverfahren gegen Kalshi, während das Unternehmen parallel in mehreren zivilrechtlichen Verfahren steht. Nach Angaben des Bundesstaats sollen Einwohner Arizonas über Kalshi Verträge abgeschlossen haben, die nach Landesrecht verboten sind. Genannt werden Kontrakte zu verschiedenen Sportereignissen sowie zur Verabschiedung des SAVE Act. Zudem führt Arizona vier Fälle von Wahlwetten an, darunter Wetten auf die Präsidentschaftswahl 2028 und weitere Wahlen auf Bundesstaatenebene. Als Beklagte werden KalshiEx LLC und Kalshi Trading LLC aufgeführt. Mayes erklärte, Kalshi bezeichne sich zwar als "prediction market", betreibe tatsächlich aber eine illegale Glücksspielplattform und nehme Wetten auf Wahlen in Arizona an. "Kein Unternehmen kann sich selbst aussuchen, welche Gesetze es befolgt", sagte sie. Die Ankündigung folgt wenige Tage nach einer Klage Kalshis gegen Arizona. Die Behörde wertete diesen Schritt als Versuch, sich der Verantwortung zu entziehen, indem das Unternehmen Bundesstaaten vor Bundesgerichten verklage. Auf ähnliche, vorweggenommene Klagen in Iowa und Utah wurde verwiesen. Kalshi bezeichnete das Vorgehen Arizonas als haltlos und argumentiert, die angebotenen Event-Contracts seien als Derivate durch die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) reguliert. Mehrere Bundesstaaten stellen sich dagegen, was zu unterschiedlichen Entscheidungen von Bundesgerichten geführt hat: In Tennessee wurde eine Untersagungsverfügung der Behörden vorläufig ausgebremst, während Richter in Massachusetts und Nevada entschieden, dass sportbezogene Kontrakte dem jeweiligen Landesrecht unterliegen. Die CFTC veröffentlichte zuletzt Leitlinien zu Prognosemärkten und strebt dabei eine führende Aufsichtsfunktion an. Ökonomisch dominiert Kalshi den Markt deutlich. Laut einem Bericht von Parity erzielten Prognosemärkte in den vergangenen 30 Tagen insgesamt 122 Mio. US-Dollar Umsatz, davon entfielen 110 Mio. US-Dollar auf Kalshi. Die Erlöse des Unternehmens stiegen demnach von 1,8 Mio. US-Dollar (2023) auf 24 Mio. US-Dollar (2024) und 260 Mio. US-Dollar (2025). Damit könnte Kalshi in diesem Jahr einen neuen Rekord erreichen und perspektivisch die Marke von 1 Mrd. US-Dollar überschreiten. Der nächstgrößere Wettbewerber Polymarket kam nach Einführung von Gebühren zu Jahresbeginn auf 4,2 Mio. US-Dollar, Crypto.com auf 4,1 Mio. US-Dollar. Kalshi soll im Schnitt 1,2% je Trade verlangen, Polymarket 0,01%. Rund 89% der Kalshi-Erlöse stammen laut Bericht aus Sportkontrakten, ein zentraler Grund für die Klagen vieler Bundesstaaten. Zusätzlicher Gegenwind könnte aus Washington kommen: Demokratische Abgeordnete brachten einen Gesetzentwurf ein, der Prognosemärkte zu Regierungsentscheidungen und bestimmten vorab feststehenden Ergebnissen untersagen soll. Begründet wird dies mit Sorgen über Insiderhandel.