Bitcoin-OGs verkaufen BTC im Wert von über 100 Mio. US-Dollar nach hawkisher Fed-Prognose

Frühe Großinvestoren in Bitcoin (BTC) drücken erneut auf den Verkaufsknopf, nachdem die US-Notenbank Fed die Hoffnungen auf bald sinkende Finanzierungskosten gedämpft hat. Blockchain-Daten von Lookonchain zufolge veräußerten mindestens zwei langfristige Halter am frühen Donnerstag zusammen mehr als 1.650 BTC im Wert von über 117,87 Mio. US-Dollar. Ein erfahrener Wal, der zuvor bereits einen Bestand von 11.000 BTC abgebaut hatte, verkaufte zusätzlich 650 BTC. Ein weiterer Early-Adopter mit einem Vorrat von 5.000 BTC gab 1.000 BTC ab. Der Bitcoin-Kurs fiel kurz vor Redaktionsschluss um knapp 1% auf rund 70.600 US-Dollar und baute damit den Rückgang vom Mittwoch aus, als BTC laut CoinDesk-Daten um 3,5% von 74.500 US-Dollar nachgab. Der breite Markt geriet ebenfalls unter Druck: Der CoinDesk 20 Index sank um 3% auf 2.056 Punkte. Ether (ETH), XRP (XRP), Solana (SOL) und DOGE (DOGE) verbuchten ähnliche Verluste. Auslöser war die Entscheidung der Fed vom Mittwoch. Die Zentralbank ließ den Leitzins unverändert in der Spanne von 3,5% bis 3,75%, signalisierte aber ein langsameres Tempo künftiger Zinssenkungen und enttäuschte damit Anhänger riskanter Anlagen. Der hawkishe Ton zeigte sich insbesondere im sogenannten Zins-"Dot Plot", der die Zinserwartungen der stimmberechtigten Fed-Mitglieder für die kommenden Monate abbildet. Der Median deutete trotz jüngster Schwäche am Arbeitsmarkt nur noch auf eine Zinssenkung in diesem Jahr hin. Zudem hielten nur noch zwei Ausschussmitglieder an zwei Senkungen fest, während sich die persönliche Projektion von Fed-Chef Powell nach oben verschob. "Das 'higher for longer'-Narrativ wird durch hartnäckige Inflation und den inflationären Schatten steigender Energiekosten neu belebt. Das zwingt Investoren dazu, ihre Hoffnung auf einen schnellen Lockerungszyklus aufzugeben", schrieb Matt Mena, Krypto-Research-Stratege bei 21shares, in einer E-Mail. In der Summe deutet dies auf eine weiterhin inflationsskeptische Notenbank hin und hat zu einer deutlichen Neubewertung der Erwartungen an Fed-Zinssenkungen geführt. Wetten auf der dezentralen Plattform Polymarket sowie die Preisbildung in CME-Fed-Funds-Futures implizieren inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von rund 80% für nur eine Zinssenkung in diesem Jahr. Vor einem Monat lag die Wahrscheinlichkeit für zwei bis drei Senkungen noch bei 62%. Der Ausblick auf straffere Liquidität gilt als Belastungsfaktor für die Risikobereitschaft an den Finanzmärkten.