SEC-Chef erklärt: Warum NFTs keine Wertpapiere sind – Vergleich mit Baseballkarten
Autor: Sam Bourgi | Zusammenstellung: DeepWave TechFlow
DeepInsight-Zusammenfassung: SEC-Vorsitzender Paul Atkins hat in einem CNBC-Interview erläutert, warum Non-Fungible Tokens (NFTs) in der Regel nicht als Wertpapiere gelten. Die US-Börsenaufsicht SEC hat kürzlich eine Auslegungshilfe veröffentlicht, die vier Kategorien digitaler Vermögenswerte nennt, die nicht unter das Wertpapierrecht fallen: digitale Rohstoffe, digitale Tools, digitale Sammlerstücke (einschließlich NFTs) und Stablecoins. Atkins verglich NFTs mit Baseballkarten und betonte, dass solche Assets typischerweise "zum Halten" gekauft werden und keine Investmentverträge darstellen. Der Schritt steht für den Kurswechsel der SEC unter Atkins: weg von einem durchsetzungsgetriebenen Ansatz, hin zu stärkerer Orientierung durch Leitlinien.
Nachdem die SEC vier Arten digitaler Vermögenswerte als nicht wertpapierrelevant eingeordnet hatte, legte Atkins am Mittwoch im Gespräch mit CNBC nach. Er verwies erneut auf die vier in der jüngsten Guidance beschriebenen Kategorien: digitale Rohstoffe, digitale Tools, digitale Sammlerstücke wie NFTs sowie Stablecoins.
Moderator Andrew Ross Sorkin hakte bei digitalen Sammlerstücken nach und verwies darauf, dass diese je nach Struktur leichter als Wertpapiere eingestuft werden könnten. Atkins entgegnete: "Das gilt für alles." Entscheidend seien stets die konkreten Fakten und Umstände, vor allem die Frage, ob nach langjähriger Rechtsprechung ein Investmentvertrag vorliege.
Digitale Sammlerstücke würden typischerweise als Besitzobjekte verstanden, ähnlich wie physische Collectibles, und nicht als Investmentverträge. Investmentverträge seien jedoch ein zentrales Merkmal von Wertpapieren. Atkins sagte: "Diese Sammlerstücke – wie Baseballkarten, Memes, Memecoins und NFTs – sind Dinge, die jemand gekauft hat. Es ist ein unveränderlicher Kauf ... anders als andere Vermögenswerte, die Menschen handeln."
Bildunterschrift: Paul Atkins im Interview mit CNBC. Quelle: CNBC
SEC entfernt sich weiter von einer durchsetzungsgetriebenen Krypto-Politik
Unter Atkins hat sich der regulatorische Kurs der SEC bei digitalen Assets spürbar verschoben. Die Linie passt zur kryptofreundlicheren Trump-Regierung, die Anfang 2025 ihr Amt antrat. In dem CNBC-Interview sagte Atkins: "Wir lösen uns von der Vergangenheit." Ziel sei es, klarere Leitlinien und einen besser planbaren Regulierungsrahmen zu schaffen.
Bereits im vergangenen Jahr hatte Atkins die frühere Abhängigkeit der SEC von "Regulierung durch Durchsetzung" kritisiert und angekündigt, diesen Ansatz zu verlassen. Tokenisierung bezeichnete er als zentrale Innovation, die Aufseher unterstützen und nicht ausbremsen sollten. Er erklärte zudem wiederholt, frühere Fehlentscheidungen hätten die USA in der Krypto-Entwicklung um bis zu ein Jahrzehnt zurückgeworfen; er wolle diese Situation umkehren.